12 / 10 / 2012 RA-B Review

FID MELLA: TATAS PLOTTN

cover by: Sebastian Hilbold
cover by: Sebastian Hilbold

Fid Mellas Solo Debut "TATAS PLOTTN" (südtirol. "Vaters Platten") steht seit heute in den Läden. Erschienen ist das 29 Track starke Album auf dem Kölner Spezialisten Label MPM Records und kann einiges. Wie der Name schon sagt samplete sich der Wahlwiener Stück für Stück durch die Sammlung seines Vaters.
Im folgenden Interview verrät uns Mella etwas über Hintergründe und den Entstehungsprozess.



Ra-B: Du hast ja die Plattensammlung deines Vaters als Samplebase benutzt.
Hat er dein Album schon gehört?

Mella: Ja er hat es gehört und er feiert es.(lacht) Na, im Ernst ich glaub sie
gefällt ihm wirklich, denn scheinbar hat er auch schon 4 bis 5 Stück für
sich und seine Freunde bestellt .

Ra-B: Welche Platten hast du denn benutzt?

Mella: Entgegen einiger Gerüchte, dass ich ultrarare Krautrockplatten gesampled
habe muss ich sagen, dass die Sammlung hauptsächlich aus eher
bekannteren Rock- Reggae und Folkplatten. Eben das was man so Ende der
60er bis Mitte der 70er so gehört hat. So in die Richtung Jefferson
Airplane oder The Who.

Ra-B: Produziert hast du ja hauptsächlich während deiner Besuche zu Haus bei
deinen Eltern in Südtirol. Beats machen ist da ja nun nicht das erste
was einem dann einfallen würde - oder doch?

Mella: Das kommt wahrscheinlich von daher, dass bei uns nicht viel los ist
(lacht). Ausserdem ist Musik in unserer Familie generell sehr wichtig.
Mein Bruder und mein Vater spielen Gitarre und jedes Mal wenn wir uns
treffen jammen wir im Musikraum im Keller. Wenn ich zu Haus bin ist das
meist mindestens eine Woche und da findest man dann schon die Zeit. Von
daher war es kein Problem.

Ra-B. Wie kam es dann letztendlich zum Konzept des Albums?

Mella: Am Anfang hab ich garnichts geplant - wahrscheinlich aus der Langeweile
heraus. Nach der ersten Session hatte ich schon 5-6 Beats von denen auch
3 oder 4 auf dem Album sind. Da hatte ich schon so ein Gefühl, dass da
Potential drin steckt. Es sind dann noch 1,5 bis 2 Jahre vergangen bis
die Jungs von MPM im Frühjahr 2012 gefragt haben ob ich was hab und
machen möchte. In der Zwischenzeit hatte ich schon viele Beats beisammen
ohne allerdings irgendwas konkretes im Hinterkopf zu haben.
Dann hab ich verschiedene Konzeptideen ausprobiert bis ich letztendlich
auf "Tatas Plottn" kam - im Endeffekt auch das Naheliegenste.

Ra-B: Beim Anhören fielen mir vor allem 2 Dinge auf. Zum Einen die stark
analoge Sound der Beats und zum anderen die Kürze der Tracks.
Hast du ausschliesslich Samples benutzt und warum diese Kürze der
Tracks?

Mella: Zu 98% besteht das Album aus Samples. Nur auf einem Track hab ich
Synthesizer verwendet. Mir war wichtig die Ästhetik der Originalmusik
zu behalten, was man auch schon am Cover erkennt.(Anm. d. Red. Mellas
Bruder Sebastian zeichnete die psychodelisch anmutende Mundhöhle)
Für mich gibt es auf dem Album 2 Kategorien von Tracks. Das sind einmal
die 30 Sek-45 Sekunden-Interludes, die oft einfach nur ein gechoppter
Loop sind und oft auch ohne extra Drums produziert wurden. Dann gibt es
noch die etwas mehr ausgearbeiteten Tracks. Selbst bei denen reichen mir
1-2 Minuten, vielleicht auch weil diese Längen mir generell bei Beat-
platten gefallen. Letztendlich ist es auch die Ästhetik, dass es raw ist
und nicht unbedingt fertig- oder überproduziert klingt.

Ra-B: Die Beats sind in einem relativ langem Zeitraum entstanden. Wie kamst du
zum endgültigem Arrangement der Songs? Gab es dabei eine Art dramatur-
gischen Laden den du dabei verfolgt hast oder war die Reihenfolge eher
zufällig?

Mella: Es war vor allem Gefühlssache. Besonders während der Endphase in den
letzten 3 Monaten hab ich viel herumprobiert. Ich mache mir da aber
generell nicht so die Gedanken. Hauptsächlich hab ich geschaut, dass
entweder die Grooves und die Stimmung der Songs zueinander passen.

Ra-B: Was wird man in naher Zukunft von dir hören können?

Mella: Im Moment bin ich intensiv an der neuen Jamin EP beschäftigt, die
wahrscheinlich "Augenringe" heissen wird. Mit Brenk steht die
"CHOPSHOP2" an. Da kann man auch sehr gespannt sein denn da werden sehr
viele österreichische Platten verbraten.









Label: MPM Records

categorie Music